Glossar

 

  • Internationale Modewochen
    Die bedeutsamen Shows werden von den großen Modefirmen regelmäßig, meist zweimal jährlich zu festgelegten Daten für jeweils die Damen- und die Herrenmode, durchgeführt, um vorwiegend ihre Haute Couture bzw. Prêt-à-porter Kollektionen für die Saisons Frühjahr/Sommer bzw. Herbst/Winter zu zeigen. Mit den Entwürfen versuchen die Modedesigner, neue Mode-Trends zu setzen. Die Modenschauen der großen Modemarken finden vorwiegend während zentral organisierter Modewochen statt, bei denen innerhalb von wenigen Tagen zahlreiche Designer zeitlich dicht hintereinander ihre Kollektionen der treuesten Kundschaft, wichtigen Einkäufern, der internationalen Presse und sonstigem Publikum vorführen.
    Zu den 'Big Four', den vier wichtigsten Modezentren der Welt, in denen Modewochen abgehalten werden, zählen die Städte Paris mit den Pariser Modenschauen, Mailand mit der Mailänder Modewoche, London mit der London Fashion Week und New York City mit der New York Fashion Week. Für die Herrenmode ist Mailand bislang der wichtigste Veranstaltungsort. Traditionell ist Paris für die Damenmode am bedeutendsten. Zu diesen Modenschauen kommen neben den besten Kunden der Modefirmen (Privatpersonen und Einzelhändler), international bekannte Modejournalisten wie Anna Wintour (Vogue USA) und zahlreiche Prominente. Letztere werden von den Modemarken oftmals gezielt eingeladen, um besonders viel Medien-Interesse zu erzielen. Die dort gezeigten Ready-to-wear-Modelle sind in der Regel für die Saison im folgenden Jahr gedacht und ein halbes Jahr nach der Schau im Handel erhältlich. Die in Paris präsentierte Haute Couture Mode wird einem kleinen Kundenkreis im jeweiligen Atelier der Modeschöpfer angepasst.
    In Berlin findet seit Sommer 2007 zweimal jährlich die Berlin Fashion Week statt, die seither immer mehr an Bedeutung gewinnt. In Florenz findent zeitlich vor den Mailänder Schauen die Pitti Immagine statt. Daneben gibt es regional bedeutsame Modenschauen in Antwerpen, Wien, Düsseldorf, Stockholm, Tokio, Rio de Janeiro und Mumbai. Die weltgrößte Modemesse ist die von der Igedo veranstaltete Collections Premiere Düsseldorf (CPD).
     
  • Haute Couture
    Als Haute Couture (französisch für „gehobene Schneiderei“) werden – im Gegensatz zur spätestens in den 1950er Jahren etablierten Prêt-à-porter-Mode – die aus luxuriösen Materialien in Handarbeit individuell maßgeschneiderten Mode-Kreationen renommierter Modefirmen im obersten Preissegment bezeichnet.  Im engeren Sinne ist damit die Damenmode der wenigen Modefirmen gemeint, welche vom Pariser Modeverband Chambre Syndicale de la Haute Couture unter Einhaltung bestimmter Kriterien offiziell berechtigt wurden, ihre aufwendigen Kreationen als Haute Couture zu bezeichnen. Der Begriff Haute Couture ist in Frankreich geschützt. Als Begründer der Haute Couture gilt der Engländer Charles Frederick Worth, der in Paris 1857/58 das erste große Modehaus gründete. Seine extrem teuren Modelle, die Worth erstmals von einem Mannequin vorstellen ließ, waren einer sehr begüterten Kundschaft vorbehalten. Worth kleidete unter anderem Kaiserin Eugénie, Königin Victoria, die Fürstin Pauline von Metternich und die Kaiserin Elisabeth von Österreich ein. Charles Worth, zu dessen Assistenten beispielsweise der Modeschöpfer Paul Poiret gehörte, übte großen Einfluss auf das Schaffen späterer Modeschöpfer aus. Einen maßgeblichen Einfluss auf die Haute Couture des 20. Jahrhunderts hatten die französischen Modeschöpfer Coco Chanel, Yves Saint Laurent und Christian Dior. Sie machten Paris zum internationalen Zentrum der Haute Couture.
    Die gesamte internationale Modebranche orientiert sich an den handgefertigten, mitunter imposanten, Schöpfungen der Haute Couture, welche während der zweimal jährlich stattfindenden Haute Couture Modenschauen in Paris präsentiert werden und von höchster handwerklicher Schneiderkunst zeugen. Heutzutage besteht – neben der Stärkung von Prestige und Image der Marke – die hauptsächliche Funktion von Haute Couture Mode darin, durch Aufmerksamkeit in den internationalen Medien für weniger preisintensive und damit umsatzstärkere Konfektionsbekleidung, Kosmetikartikel und Accessoires des jeweiligen Modehauses zu werben. Anders als früher werden Haute-Couture-Modelle mit Preisen von bis zu hunderttausend Euro pro Kleid nur noch von einem kleinen Kreis betuchter Kundinnen weltweit gekauft und oftmals eher als Kunstwerke betrachtet bzw. in Ausstellungen und Museen gezeigt. Die Zahl der Modefirmen, welche sich eine kostspielige Haute Couture Sparte leisten, ist in den letzten Jahren immer mehr zurückgegangen.
     
  • Kleidergröße
    Die Kleidergröße oder Konfektionsgröße ist die Größe von Kleidung, die sich nach der Körpergröße der Trägerin richtet. Das Größensystem unterscheidet sich je nach Land und ist unterschiedlich zwischen Männern und Frauen. Auf MARRYJim verstehen wir hier die Größe, die die Frau im täglichen Leben trägt, z.B. bei einem Sommerkleid.
     
  • Konfektionsgröße Etikett
    Viele Designer haben ihre eigene Größentabelle. Da die Größen je nach Designer mal kleiner, mal größer ausfallen, kann die „Konfektionsgröße im Etikett“ von der normalen Kleidergröße abweichen. Auf MARRYJim werden zur besseren Orientierung daher möglichst zusätzlich die genauen Angaben im Etikett veröffentlicht. Viele Frauen kennen sich gut mit den einzelnen Designern aus.
     
  • Laufsteg / Catwalk
    Ein Laufsteg (engl. Catwalk) ist eine Art schmale Brücke, der Designern zur inszenierten Präsentation von Kleidermode dient. Bei einer Modenschau werden die Entwürfe meist von Mannequins oder Models auf dem Laufsteg vor kleinem oder großem Publikum vorgeführt.
     
  • Maßschneider/in
    Maßschneider (auch Bekleidungsgestalter) ist ein handwerklicher Ausbildungsberuf als Schneider im Textilbereich. Kleidungsstücke werden individuell „nach Maß“ hergestellt, im Gegensatz z.B. zu den industriellen Modeschneidern. Gemeinsam mit dem Kunden werden Stoffe und Schnitte besprochen, Details festgelegt. Nach ausführlicher Beratung, dem Maßnehmen am Kunden, dem Zeichnen des Schnittes entsteht das jeweilige Kleidungsstück nach Wunsch.
     
  • Modenschauen
    Bei den der Damenmode vorbehaltenen Haute-Couture-Modenschauen sind die aufwendigen Kleidungsstücke in der Regel handgefertigte Einzelteile, speziell für den Laufsteg kreiert und den jeweiligen Models direkt angepasst. Bei den gezeigten Entwürfen geht es heutzutage nicht vorwiegend um die Tragbarkeit, sondern um die Vorgabe von Trends für die Gestaltung der Konfektionsbekleidung oder für Accessoires sowie um die Aufmerksamkeit der Presse für das Modehaus oder den Designer und somit für deren Image.
    Die Kleidung der Prêt-à-porter-Modenschauen ist normalerweise in Standardgrößen gefertigt und wird, je nach Exklusivität, in unterschiedlicher Stückzahl bis hin zu Massenvolumina auf den Markt gebracht. Die auf den Laufstegen gezeigte Konfektionsware wird dann, im Gegensatz zur Haute Couture, im Handel von der Stange zum Verkauf angeboten.
     
  • Prêt-à-porter
    Prêt-à-porter ist Kleidermode, die, wie die wörtliche Übersetzung aus dem Französischen sagt, „bereit zum Tragen“ ist. Unter dieser tragefertigen Bekleidung versteht man Kleidung, die im Gegensatz zur Haute Couture nicht nur für den Laufsteg und Models erschaffen wurde, sondern in Standardgrößen und im fertigen Zustand auf den Markt kommt. Sinngemäß bedeutet prêt-à-porter etwa so viel wie Konfektion oder „von der Stange“ – wobei der Begriff meist im Zusammenhang mit den Entwürfen und Schauen großer Modehäuser verwendet wird und somit keine abwertende Konnotation als Massenware trägt. Im Englischen wird auch der gleichbedeutende Begriff ready-to-wear (dt. 'bereit zum Tragen') verwendet.
    Einige Modehäuser bzw. Modeschöpfer kreieren Prêt-à-porter-Produktlinien, die industriell massengefertigt werden. Bei anderen sind diese Produkte immer noch sehr exklusiv und werden nur in limitierter Stückzahl und nur eine bestimmte Zeit lang produziert. Im Unterschied zur Haute Couture handelt es sich dabei jedoch nie um Einzelstücke, und auch nie um Stücke, die nur zur Erzeugung von Aufmerksamkeit auf Modenschauen entworfen werden.
    Oft werden die Kollektionen in gehobenen Modehäusern sogar noch in einem eigenen Atelier gefertigt. Auch werden viele von ihnen ausgestellt und auf Modeschauen präsentiert.
     
  • Social Fashion
    In einigen Ländern bemühen sich einige Marken unter sozial und ökologisch einwandfreien Bedingungen zu produzieren. Ethical Fashion ist eine Begriffsneuschöpfung, die ein Konzept ethisch und ökologisch korrekter industrieller Kleidungsfertigung bezeichnet. Ähnlich wie social fashion, eco fashion oder Öko-Mode versucht ethical fashion eine Symbiose urbaner Modetrends mit humaner Fertigung und Umweltverträglichkeit.
     
  • Vintageoriginal
    Kleider, die vor den 1980’ern hergestellt wurden, werden Vintagekleider genannt, bei solchen vor den 1920’ern spricht man sogar von antiken Kleidern. Die meisten Kleidungsstücke wurden bereits einmal getragen, nur ein kleiner Prozentsatz wurde es nicht und stammt z.B. aus alten Lagerbeständen.
    Seit Jahren ist das Interesse an, die Nachfrage nach und die Akzeptanz von alten und Second Hand Kleidern enorm gestiegen, insbesondere seit Stars und Topmodels wie Kate Moss, Renée Zellweger oder Julia Roberts (sie trug zur Oscarverleihung 2001 ein 20 Jahre altes Valentino-Kleid) es lieben, gerne ihrem Kleiderschrank ein paar Vintageteile hinzu zu fügen, um einen einzigartigen Stil zu schaffen. Es gibt sogar zahlreiche Sammler für Vintagekleider. Sie schauen auf die Provenienz der Stücke, wer sie besessen hat und zu welchem Anlass sie getragen wurden. Die Preise sehr alter Kleider sind daher extrem gestiegen.
    Und natürlich ist auch die Idee des Wiedernutzens und Recyclings anstelle des Wegwerfens sehr beliebt, um etwas für die Umwelt zu tun.
     
  • Vintagestil
    Ein ebenfalls für Kleidung im Vintagestil verwendeter Begriff ist „Retro“, kurz für Retrospektive, und bezieht sich auf Kleider, die den Stil einer früheren Ära imitieren.
    Vintagekleidung ist in der Zwischenzeit so beliebt, dass Designer nicht nur die traditionellen Stile aufgreifen, sondern sogar eine auf „gebraucht“ gestylte Mode, den sogenannten „Used Look“ (künstliche Löcher, zerrissene Stellen, ausgewaschene Farben) erfunden haben.

     

 

 


Quellen:
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und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
Social Fashion: Der Inhalt basiert auf dem Artikel Social Fashion, in der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Prêt-à-porter: Der Inhalt basiert auf dem Artikel Prêt-à-porter, in der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Haute Couture: Der Inhalt basiert auf dem Artikel Haute Couture, in der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Modenschauen/Internationale Modewochen: Der Inhalt basiert auf dem Artikel Modenschau, eine Liste der Autoren ist verfügbar.